Fehlgeburt

Etwa 15 % aller klinischen Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Die Gefahr, das Kind zu verlieren, ist am Anfang der Schwangerschaft am größten und reduziert sich mit zunehmender Schwangerschaft.

 

Die häufigsten Fehlgeburten, die allerdings nur biochemisch (HCG-Wert im Blut oder Urin) nachgewiesen werden können, finden bis zur 4./5. Schwangerschaftswoche statt, meist ohne dass die betroffene Frau wusste, dass sie schwanger war. Hier geht die Medizin von einer berechneten Rate von bis zu 50 % aus. In der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche reduziert sich das Risiko auf ca. 18%.

 

Ab der 17. Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 2 bis 3%.

 

Etwa 80% der Fehlgeburten passieren in den ersten 12 Schwangerschaftswochen. Als Ursache hierfür geht man davon aus, dass der Embryo nicht lebensfähig gewesen wäre. Der frühe Abort stellt daher sozusagen einen „Schutzmechanismus“ der Natur dar.

 


Ablauf einer Fehlgeburt

 

Die ersten Symptome der Fehlgeburt sind i.d.R. Blutungen, Schmerzen bzw. Wehen und/oder der Abgang von Fruchtwasser.

 

Die Diagnose der Fehlgeburt erfolgt durch eine Ultraschalluntersuchung.

 

In der Regel wird in Deutschland bei einer Fehlgeburt routinemäßig eine Ausschabung gemacht.

 

Nicht selten erleben die Mütter ihre Fehlgeburt zuhause und das Kind wird in der Toilette herunter gespült. Das kann für viele Frauen sehr traumatisch sein und sie fühlen sich „doppelt“ schuldig.

Hier ist eine gute Begleitung wichtig!

 


Begleitung durch eine Hebamme

 

Die Mütter haben auch bei einer Fehlgeburt Anspruch auf Hebammenleistungen, die diese mit der Kasse abrechnen kann.

 

Begleitung finden Sie auch in unserem Netzwerk.

 


Bestattung

 

Das Bestattungsrecht ist Landesrecht, d.h., in jedem Bundesland gibt es unterschiedliche Regelungen.

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass in allen Bundesländern ein Bestattungsrecht für fehlgeborene Kinder besteht. Eine Ausnahme ist Bremen – dort gibt es dieses erst ab der 12. Schwangerschaftswoche.

 

Zudem gibt es für Fehlgeburten im Grunde in keinem der Bundesländer – außer NRW – eine Bestattungspflicht.

 

Sie haben die Möglichkeit, zwischen einer Gemeinschaftsbestattung und einer individuellen Bestattung zu wählen. Die Gemeinschaftsbestattung wird in der Regel vom Krankenhaus in einem Turnus von 1x jährlich bis 1x monatlich durchgeführt. Diese Gemeinschaftsbestattungen sind üblicherweise kostenfrei für die Eltern.

 

Bei Gemeinschaftsbestattungen ist zu beachten, dass i.d.R. keine persönlichen Gegenstände an der Grabstelle abgelegt werden können. Zudem kann keine individuelle Abschiednahme mehr erfolgen, welches für manche Elternpaare aber enorm wichtig ist.

 

Ihr Krankenhaus wird Sie über das jeweilige Angebot informieren. Sprechen Sie das Personal gerne darauf an!

 

 

Bei der individuellen Bestattung gibt es Wahlmöglichkeiten zwischen

 

  • Erd- oder Feuerbestattung
  • Beigabe in einem bereits bestehenden Familiengrab oder eigene Grabstätte

 

Ihr Bestatter wird Sie zu all Ihren Möglichkeiten ausführlich beraten. Bestatter finden Sie u.a. in unseren Netzwerk.


Beurkundung einer Fehlgeburt

 

Laut § 31, 3 PStV (Personenstandsverordnung) handelt es sich um eine Fehlgeburt, wenn das Kind bei der  Geburt keine Lebenszeichen zeigt und unter 500g wiegt.

 

Die Neuregelung in § 31 der Personenstandsverordnung gibt Eltern von Fehlgeburten, die also mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm tot zur Welt kommen, die Möglichkeit, ihr Kind beim Standesamt dauerhaft dokumentieren zu lassen und ihm damit auch offiziell eine Existenz geben.

 

· Das Gesetz ist am 15.05.2013 in Kraft getreten.

 

· Alle Eltern haben das Recht, ihr Kind eintragen zu lassen (kann auch nur von einem Elternteil angezeigt werden).

 

· Es handelt sich um eine urkundenähnliche Bescheinigung, aus der keinerlei Recht auf Mutterschutz oder sonstige Leistungen erwächst.

 

Eltern, die einen Nachweis über ihre Fehlgeburt/Abort/Ausschabung haben, können diese Bescheinigung auch nachträglich beantragen. Sie ist nicht von Schwangerschaftsdauer oder dem Gewicht des fehlgeborenen Kindes abhängig und gilt auch für Eltern, deren "Sternenkind" bereits vor dem Inkrafttreten dieser Regelung nicht lebend zur Welt gekommen ist und ist zeitlich nicht begrenzt.

 

Dafür wird der Personalausweis der beantragenden Person und entweder eine Bescheinigung vom Arzt über die Fehlgeburt oder der Mutterpass (i.d.R. erst nach der 12. Schwangerschaftswoche vorhanden) benötigt. Die Kosten dafür betragen ca. 10 Euro – es gibt aber auch Standesämter, die das Formular kostenfrei ausstellen.

 

In der Regel ist es ratsam, zunächst beim zuständigen Standesamt anzurufen und den Wunsch zu äußern, dass man eine solche Bescheinigung ausgestellt haben möchte. So kann man im vorhinein ausloten, welche Papiere genau benötigt werden und oftmals haben die Standesämter die Bescheinigung dann schon fertig ausgestellt zur Abholung bereit, wenn man dort hingeht.