Stille Geburt/Totgeburt

Der Begriff stille Geburt kommt aus dem Englischen von "still born" und bedeutet, dass das Kind nicht schreit, wenn es auf die Welt kommt, weil es bereits verstorben ist. Oftmals wird auch der Begriff Totgeburt genutzt.

Es gibt unzählige Ursachen dafür, warum Kinder bereits im Mutterleib oder aber unter der Geburt sterben. Für die Eltern ist das Erleben einer solchen Situation ein absolutes Trauma.

Wenn ein Kind bereits im Mutterleib verstorben ist, muss es i.d.R. trotz allem auf normalem Wege geboren werden. Dieser Vorgang ist wichtig für die körperliche Abfolge, aber auch für den seelischen Weg der Mutter.

Solch eine Geburt dauert in der Regel länger als eine "normale" Geburt. Sie wird mit Hormonen eingeleitet und kann sich über mehrere Tage hinziehen, was zum einen daran liegt, dass es eigentlich noch nicht Zeit für die Geburt ist und zudem die Mithilfe des Kindes fehlt.

Von aussen betrachtet mag das wie eine zusätzliche Quälerei der werdenden Eltern aussehen und auch für die betroffenen Eltern ist das eine fast nicht auszuhaltende Situation. Aber für die Verarbeitung ist dieses ein wertvoller und wichtiger Prozess.


Begleitung durch eine Hebamme

 

Die Mütter haben auch bei einer Fehlgeburt Anspruch auf Hebammenleistungen, die diese mit der Kasse abrechnen kann.

 

Begleitung finden Sie auch in unserem Netzwerk.


Bestattung

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass in allen Bundesländern ein Bestattungsrecht für totgeborene Kinder besteht.

 

 

Zudem gibt es für totgeborene Kinder im Grunde in jedem der Bundesländer eine Bestattungspflicht – jedoch mit Ausnahmen. In manchen Ländern gilt diese Bestattungspflicht erst ab 1000g, in Hessen sogar erst mit Ablauf des 06. Schwangerschaftsmonats.

 

 

Die Eltern haben neben der individuellen Bestattung i.d.R. auch weiterhin die Möglichkeit, ihr Kind vom Krankenhaus im Rahmen einer Gemeinschaftsbestattung beisetzen zu lassen. Die evtl. Voraussetzungen dafür müssen beim jeweiligen Krankenhaus erfragt werden.

 

 

 

Die Gemeinschaftsbestattung wird in der Regel vom Krankenhaus in einem Turnus von 1x jährlich bis 1x monatlich durchgeführt. Diese Gemeinschaftsbestattungen sind üblicherweise kostenfrei für die Eltern.

 

Bei Gemeinschaftsbestattungen zu beachten, dass i.d.R. keine persönlichen Gegenstände an der Grabstelle abgelegt werden können und auch ein individueller Abschied nicht möglich ist. In manchen Situationen ist aber genau dieser enorm wichtig für den Bewältigungsprozess der Eltern.

 

Ihr Krankenhaus wird Sie über das jeweilige Angebot informieren. Sprechen Sie das Personal gerne darauf an!

 

 

Bei der individuellen Bestattung gibt es Wahlmöglichkeiten zwischen

 

  • Erd- oder Feuerbestattung
  • Beigabe in einem bereits bestehenden Familiengrab oder eigene Grabstätte

 

Ihr Bestatter wird Sie zu alle Ihren Möglichkeiten ausführlich beraten. Bestatter finden Sie u.a. in unseren Netzwerk.


Beurkundung einer Totgeburt

 

 

Laut § 31, 2 PStV (Personenstandsverordnung) handelt es sich um eine Totgeburt, wenn das Kind bei der spontanen Geburt keine Lebenszeichen zeigt und über 500g wiegt.

 

Eine Totgeburt wird mit einer Geburtsurkunde mit dem Vermerk „tot geboren“ beurkundet. Diese wird beim Standesamt beantragt.

 

Dafür müssen folgende Papieren vorgelegt werden:

 

· bei miteinander verheirateten Eltern ihre Geburtsurkunden und die Eheurkunde oder ein beglaubigter Ausdruck aus dem Eheregister,

 

· bei nicht miteinander verheirateten Eltern die Geburtsurkunde der Mutter und, falls die Vaterschaft bereits anerkannt wurde, die Erklärungen hierüber und die Geburtsurkunde des Vaters sowie gegebenenfalls die Sorgeerklärungen (bekommt man beim Jugendamt bei der Anerkennung),

 

· ein Personalausweis, Reisepass oder ein anderes anerkanntes Passersatzpapier der Eltern und

 

· eine Geburtsbescheinigung vom Krankenhaus oder Geburtshaus bzw. der Hebamme (bei Hausgeburten)